Antifatourismus in Santander

Zunaechst einmal: Santander, laut Reisefuehrer ein „elegantes Seebad“, wird voellig ueberbewertet! Es sei denn, man steht auf Menschenhorden, die wie die Sardinen an den Straenden liegen und feiernde Schickeria. Oder eben auf Geschichtstudenten- bzw. Antifatourismus! Denn diesbezueglich wird einem einiges geboten: Angefangen bei der letzten Franco-Reiterfigur in ganz Spanien (neben dem Rathaus), die immerhin mit Farbbeuteln „verziert“ wurde, ueber ein Monument zum Gedenken an die „Devision Navarra“, die dort 1938 einen Sieg gegen Republikaner errungen hat ueber den Plaza Italia, der dank der italienischen Unterstuetzung fuer die Franquisten seinen Namen erhielt- in Santander scheint man nicht im Geringsten daran zu denken, das Ley de la Memoria, welches den Regionen die Verantwortung fuer die Entfernung franquistischer Symbole ueberlaesst, umzusetzen. Unser abendliches Fiestageschlender fuehrt uns zur Calle del General Mola, seines Zeichens 1936 Hauptakteur der Putschisten. Dort haben sich Cafebesitzer erbloedet, ihren Laden nach Mola zu benennen und das auch noch auf riesige Schilder zu schreiben.
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Auch die Fahrten in die umliegenden Doerfer verheissen nichts Gutes, so trifft man in Santillana del Mar (einem absolut ueberlaufenen Tourinest) auf die „Strasse der Rassen“ und ein Inquisitionsmuseum mit Foltergeraeten.
Die Fotoausbeute war folglich nicht schlecht wenn auch nicht verwunderlich, ist Kantabrien doch seit je her rechts regiert…