Baskische Polizei loest friedliche Kundgebung auf

Am Wochenende hat die baskische Polizei eine kleine Demonstration aufgeloest, die dem politischen Gefangen „Gatza“ galt, der sich seit 28 Jahren in Haft befindet und damit einen europaeischen „Rekord“ erfuellt. Die Kundgebung war zuvor von der baskischen Regierung verboten worden.

Ehrung eines Buergerkriegsveteranen

Photobucketa< Gestern wurde im baskischen BAKIO nahe Bermeo der 86jaehrige Florentino LLona fuer seine antifaschistischen Aktivitaeten waehrend des spanischen Buergerkrieges geehrt. Er ist der letzte Ueberlebende Kaempfer seines Dorfes. Organisiert wurde die Ehrung mit Unterstuetzung des Rathauses von der linken Geschichtsinitiative Ahaztuak. Es hatten sich etwa 100 Personen eingefunden, neben politischem Gesang, baskischen „Volks“taenzen und traditionellen Instrumenten gab es Reden, in denen auf die Notwendigkeit einer Kampfes fuer eine solidarerische Welt verwiesen wurde . Anschliesend wurden Lona Geschenke gereicht. Am Ende der „Zeremonie“, die aber wenig steif war und ziemlich ehrlich wirkte, sang die Menge die baskische Hymne aus dem Buergerkrieg (Eusko Gudariak) mit der erhobenen linken Faust. (auch die Omis mischten hier mit).

Danach wurde die obligatorischen Pinxos (Tapas) und der regionale Weiswein Txakolina gereicht, es vergeht hier eben keine Aktion ohne Essen.
Unser Ausflug schloss schliesslich mit einem unpolitischen Teil ab und fuehrte uns zu der auf einer Felseninsel gelegenen Kirche Ermita San Juan de Gastelugatxe, ein ziemlich malerischer Anblick (da kann man die Kirche sogar ertragen). Nach ewigem Geklettere zur Kirche und zurueck (natuerlich durften die Pilger hier nicht fehlen) goennten wir uns leckere Snacks in einem Restaurant mit Meeresblick.
Ein runder Sonntag.

Fussball-EM im Baskenland

Spaetestens nach dem gestrigen Spiel stellt sich die Frage: Wie reagiert man hier im Baskenland auf den Erfolg der spanischen Mannschaft? Unsere bisherigen Beobachtungen: Man gibt sich distanziert, kann aber leisen Jubel dann doch nicht unterdruecken. Zumal ja auch ein Baske und zwei Katalanen mitspielen. Jedenfalls bleibt es spannend. Fahnen sind jedenfalls nirgens zu sehen, weder hier auf dem „Dorf“ noch in Bilbao.
Vermutlich guckt man lieber im stillen und freut sich dort. Wir werden sehen, was Sonntag passiert….

Fotos aus dem Baskenland

Da ich nun endlich eine Moeglichkeit gefunden habe, meine Fotos zu bearbeiten, liefere ich nun die Bilder nach:

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Anarchos am 1. Mai in Bilbao

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Ebenfalls 1. Mai

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Fahnen am 1. Mai

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Erinnerung an die baskischen Kaempfer im spanischen Buergerkrieg. Dieses Wandbild befindet sich im „San Franzisko-Viertel“ in Bilbaos Altstadt

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Die ehemals besetzte Waffenfabrik „Astra“ in Gernika

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Lekeitio von oben

Hexenverbrennung in Mundaka

Dabei hatte alles so gut angefangen…Und wer Feuer mag, fuer den ist San Juan sowieso ein Paradies. Da gehts naemlich nur um Feuer. Naja, mehr oder weniger. Gefeiert wird der Sommerbeginn und alles „Boese“ wird im Feuer verbrannt- eine Tradition im gesamten spanischsprachigen Raum. Auch in Gernika gabs einen vielversprechenden Holz- und Schrotthaufen vor dem Gebaeude der ehemaligen Waffenfabrik „Astra“. Zudem nutzten Angehoerige und politische Gruppen den Abend, um mit einem Fischgrill und Getraenken etwas Soli-Geld einzunehmen, dass den Angehoerigen politischer Gefangener dazu dient, sich Zug- oder Flugtickets zu kaufen. Denn die meisten Inhaftierten werden von mehreren Hundert bis ueber Tausend Kilometer weit weg eingekerkert, so dass es kaum moeglich ist, ueber Jahre Kontakt zu Freunde und Familien zu halten. Eine spezielle Repressionsmassnahme der spanischen Justiz, die auch von buergerlichen Menschenrechtsorganisationen wie AI angeprangert wird. Die Atmosphaere war nett, aber wir hatten ja noch weiteres vor: Das traditionelle San Juan-Fest im etwa 10 Kilometer entfernten Mundakaas. Der kleine Dorfplatz und der Hafen quollen ueber, nebst einigen Touristen hatte sich offenbar das gesamte Dorf versammelt. Unsere ortsansaessige Begleitung liess uns wissen, dass San Juan in Mundaka sehr speziell sei. Und tatsaechlich, speziell kann man das Ganze wohl nennen. Ist das nicht der „Ruf“ des Baskenlandes? Verrueckte Dorffeste und jede Menge Politics? Jedenfalls fanden sich gegen elf Uhr vier schwarz gekleidete Maenner ein, die eine riesige wohl selbst gebastelte Holzhexe samt Katze und eingebautem Licht auf mehreren Holzbalken trugen und dabei komische Taenze (Herumhuepfen) auffuehrten, begleitet von einer Horde von tanzenden (oder besser huepfenden) Kindern in schwarzen Kleidern. Natuerlich marschierte auch eine kleine Live-Kapelle auf, deren durchdringende und eingaengige Floetenmelodie uns heute alle noch in den Ohren steckt. Eine Stunde ging dann der tanzende und floetende Umzug samt Hexe durch die engen Dorfgassen, mit vielen Pausen, Bieren und Kalimoxos unsererseits.
Und womit endete das Ganze? Ja, richtig. Die Hexe wurde auf dem Feuer in der Naehe des kleinen Hafens plaziert und Punkt Zwoelf Uhr, wie es der Brauch vorschreibt, unter grossem Gejohle angezuendet.
War das die totale Anti-Aufklaerung, wie meine Begleiterin bemerkte, oder doch nur ein nettes Fest, bei dem das ganze Dorf mitfeiert? Insgesamt jedenfalls ziemlich skurill und witzig, wenn auch ein Tick gruselig.